Wer bekommt den Hund im Falle der Trennung oder Scheidung?

Wenn Hunde während der Ehe gemeinsam als „Familienhund“ angeschafft worden sind, gehören Sie im Sinne des § 1361a BGB zum Hausrat und sind bei Trennung oder Scheidung im Streitfall nach Interessenabwägung entweder dem Herrchen oder Frauchen zuzuweisen.

Hierbei muss berücksichtigt werden, dass Hunde gemäß § 90a BGB keine Sachen, sondern Lebewesen sind:

Haben beide Ex-Partner ein gleichgroßes Interesse an dem Hund und sind beide wirtschaftlich in der Lage, sich angemessen um den Hund zu kümmern, ist vorrangig das Wohl des Hundes zu berücksichtigen. Dabei spielen z.B. Umgebungswechsel, Gewöhnung an neue Partner und Betreuungsmöglichkeiten eine Rolle.

In einem vom Oberlandesgericht Nürnberg entschiedenen Fall (Beschluss vom 07.12.2016 – 10 UF 1429/16)) hatte eine Ehefrau nach der Trennung die 6 in der Ehe gemeinsam angeschafften Hunde zu sich genommen. Kurz nach der Trennung verstarben 2 Hunde, die Ehefrau fand einen neuen Partner, der sie bei der Pflege und Betreuung der Tiere unterstützte. Der Ehemann verlangte die Herausgabe von 2 Hunden an ihn. Das Oberlandesgericht Nürnberg hat entschieden, dass unter Berücksichtigung der zwischenzeitlich vergangenen Zeit (9 Monate seit Auszug der Ehefrau mit den Hunden) und der nicht unerheblichen Veränderungen im „Rudel“ (Verlust des Ehemannes als Rudelmitglied, Verlust der 2 verstorbenen Rudelmitglieder, neue Umgebung, neuer Partner) es den verbleibenden Hunden nicht zumutbar sei, erneut getrennt zu werden.

Im Streitfall bedenken Sie bitte, dass eine gerichtliche Zuweisung des Hundes an einen der Ex-Partner eine Vereinbarung über ein Besuchsrecht nicht ausschließt, sofern sich die Ex-Partner hierauf verständigen können.