Hundehaufen unterm Schnee oder die Katze im Sack kaufen

Das Amtsgericht München hat sich mit der Frage auseinandersetzen müssen, ob der Erwerber einer Eigentumswohnung mit Gartengrundstück Schadensersatz vom Verkäufer verlangen kann, der die Hinterlassenschaften seines Hundes vor der Übergabe des Eigentums nicht entfernt haben soll.

Der Kläger hat mit Kaufvertrag vom 12.11.2014 vom Beklagten eine Eigentumswohnung mit Gartengrundstück erworben. Die Übergabe der Wohnung nebst verschneitem Gartengrundstück fand am 29.12.2014 statt. Mitte Januar 2015, als der Schnee sich langsam aber sicher zurückzog, entdeckte der Neueigentümer 19 Hundehaufen, die er zunächst auch dort ließ, wo sie waren; erst Anfang März 2015 holte er einen Kostenvoranschlag für die Beseitigung der Hundehaufen von einer Gartenbaufirma ein. Inzwischen hatten die Hundehaufen wohl das Erdreich kontaminiert, denn immerhin handelte es sich bei dem Haufenverursacher um einen fleischfressenden Hund, dessen Kot widerstandsfähige Krankheitserreger und Parasiten enthält. Für die Reinigung nebst Entfernung des Oberbodens und Neubepflanzung des Gartengrundstücks machte der Kläger einen Betrag in Höhe von € 3.500,00 geltend.

Der Hundebesitzer und Voreigentümer wies die Schadenersatzforderung zurück mit der Behauptung, dass die Haufen nicht die seines Hundes sein könnten, da er dessen Hinterlassenschaften stets ordnungsgemäß entfernt und entsorgt hat.

Den vom Kläger geltend gemachten Anspruch auf Erstattung der Reinigungskosten in Höhe von € 3.500,00 verneinte das Amtsgericht München, da der Kläger den Beklagten unter Fristsetzung zur Entfernung der Haufen hätte auffordern müssen, was er unterlassen hat. Außerdem habe er viel zu lange dabei zugesehen, wie die Haufen (von Januar 2015 bis März 2015) in den Boden einsickerten und damit die Kontamination des Bodens maßgeblich selbst verursacht.

Mit einer schnellen Reaktion wie z.B. der fristgebundenen Aufforderung an den Voreigentümer zur kurzfristigen Entfernung der Hundehaufen und/oder das Zurhandnehmen einer Schaufel des Neueigentümers hätten in diesem Fall Zeit, Kosten und unangenehme Gerüche aus dem Garten erspart werden können.

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