Drohende Sozialversicherungspflicht für Minijobber ab 01.01.2019

Mit Minijobbern wird oft keine feste wöchentliche Arbeitszeit im Vertrag vereinbart. Vielmehr werden sie nach Bedarf eingesetzt. Dies war bisher unschädlich. Seit 01.01.2019 hat sich dies jedoch auf Grund von 2 Neuerungen grundlegend geändert:

→      Der Mindestlohn wurde ab 01.01.2019 auf € 9,19 erhöht

und

→      § 12 TzBfG wurde geändert. Nach dieser Regelung gelten nunmehr 20 Stunden / Woche als Arbeitszeit vereinbart, wenn im Arbeitsvertrag keine wöchentliche Arbeitszeit (für Arbeit auf Abruf) festgelegt ist.

Dies hat zur Folge, dass bei Minijobbern die Grenze der Sozialversicherungsfreiheit von € 450,00 deutlich überschritten sein kann, wenn im Arbeitsvertrag keine wöchentliche Arbeitszeit festgelegt ist, da dann folgende Berechnung greifen kann:

€ 9,19 (Mindestlohn) x 20 Stunden/Woche (§ 12 TzBfG) x 4,33 = € 796,00

Im Falle einer Betriebsprüfung kann dies für den Arbeitgeber u.U. zur Nachzahlung der Sozialversicherungsbeiträge für maximal 4 Jahre rückwirkend führen.

 

Praxistipp:

Vereinbaren Sie in Ihren Arbeitsverträgen mit Minijobbern eine Mindestarbeitszeit von aktuell z.B. 10 Stunden / Woche, die dann auch regelmäßig bezahlt werden muss.

Steigt der Mindestlohn an, muss im Auge behalten werden, ob die vertraglich vereinbarte wöchentliche Mindestarbeitszeit im Arbeitsvertrag angepasst werden muss, um die Grenze der Sozialversicherungsfreiheit nicht zu überschreiten.

 

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