Die Mindestausbildungsvergütung („Azubi-Mindestlohn“) kommt!!!

Auszubildende haben gemäß § 17 Bundesbildungsgesetz (BBiG) einen Anspruch auf angemessene Ausbildungsvergütung. Wenn man sich die durchschnittliche Ausbildungsvergütung in manchen Ausbildungsberufen anschaut, kommen einem Zweifel daran, ob dies angemessen ist. Vor allem in Handwerksberufen sind oftmals Ausbildungsvergütungen von unter 500,00 € bis hin zu 310,00 € üblich. Durch die Reform des BBiG (gültig ab 01.01.2020) erhalten alle Azubis, die in 2020 eine Ausbildung in einem Betrieb – der nicht an einen Tarifvertrag gebunden ist – beginnen, eine Mindestausbildungsvergütung (MiAV) – auch „Azubi-Mindestlohn“ genannt -, die sich in den Folgejahren stufenweise erhöht.

Die Mindestausbildungsvergütung – „Azubi-Mindestlohn“ – ist der Höhe nach wie folgt festgelegt:

 

1. Ausbildungsjahr 2. Ausbildungsjahr 3. Ausbildungsjahr 4. Ausbildungsjahr
2020 515,00 € 608,00 € 695,00 € 721,00 €
2021 550,00 € 649,00 € 743,00 € 770,00 €
2022 585,00 € 690,00 € 790,00 € 819,00 €
2023 620,00 € 732,00 € 837,00 € 868,00 €

 

Ab 2024 soll der Azubi-Mindestlohn automatisch mit der allgemeinen Entwicklung der Ausbildungsvergütungen steigen.

Für Ausbildungsverhältnisse, die vor dem Stichtag 01.01.2020 abgeschlossen wurden, gilt der Azubi-Mindestlohn leider nicht. Die sich aktuell bereits in Ausbildungsverhältnissen befindenden Auszubildenden profitieren nicht von der am 24.10.2019 im Bundestag beschlossenen Gesetzesänderung. Auch bereits bestehende Tarifvereinbarungen, die unterhalb der Mindestausbildungsvergütung liegen, gelten weiterhin.