Erhalten Arbeitnehmer Entgeltfortzahlung, wenn wegen des Verdachts auf eine Infektion mit dem Coronavirus Quarantäne angeordnet wurde?

Die Gefahr, sich mit dem Coronavirus (COVID-19) anzustecken, steigt offenbar täglich. Weltweit wurden bereits mehr als 60.000 Fälle gemeldet; mehr als 1.369 Menschen sind bereits an der Lungenerkrankung verstorben.

Eine Maßnahme zur Eindämmung der Gefahr ist die Anordnung von Quarantäne durch die Behörden (in der Regel ist dies das Gesundheitsamt), wenn der Verdacht einer Infektion mit dem Coronavirus besteht. Wie dies zum Beispiel auf dem Kreuzfahrtschiff „Diamond Princess“ der Fall ist, das derzeit im japanischen Yokohama unter Quarantäne steht.

Welche Konsequenzen ergeben sich für Arbeitnehmer aus einer behördlich angeordneten Quarantäne? Wer sich auf Grund des Verdachts des Vorliegens einer Infektion, in Quarantäne befindet, ist nicht zwangsläufig krank, kann aber dennoch nicht zur Arbeit erscheinen. Während der Dauer der Quarantäne gilt gemäß § 56 V S. 1 Infektionsschutzgesetz (IfSG) die Pflicht des Arbeitgebers zur Entgeltfortzahlung für einen Zeitraum von bis zu 6 Wochen. Der Arbeitgeber kann sich die Entgeltfortzahlung von der die Quarantäne anordnenden Behörde erstatten lassen.

Wichtig: Für die Geltendmachung des Erstattungsanspruches gilt gemäß § 56 XI S. 1 IfSG eine Ausschlussfrist von 3 Monaten nach Ende der Quarantäne.

Geht die Quarantäne über den Entgeltfortzahlungszeitraum von 6 Wochen hinaus, erhält der Arbeitnehmer eine Entschädigung in Höhe des Krankengeldes gemäß § 56 II S. 2 IfSG von der die Quarantäne anordnenden Behörde. Der Ausgleich von Schadensersatz- oder Schmerzensgeldansprüchen ist gemäß IfSG nicht vorgesehen.