Anrechnung von Urlaubstagen bei Corona-Quarantäne

(LAG Köln, Urteil vom 13.12.2021 – 2 Sa 488/21; Revision zum BAG zugelassen)

Sachverhalt:

Eine Arbeitnehmerin hatte ihren Arbeitgeber unter Bezugnahme auf § 9 BUrlG auf Gutschrift von 5 Urlaubstagen verklagt. Hintergrund war, dass sie während eines ge­nehmigten Urlaubs auf Grund behördlicher Ordnungsverfügung 5 Tage in häuslicher Quarantäne verbringen musste. Eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung lag für diese 5 Tage nicht vor.

Nach § 9 BUrlG werden die durch ärztliches Zeugnis (= Arbeitsunfähigkeitsbeschei­nigung) nachgewiesenen Tage der Arbeitsunfähigkeit nicht auf den Urlaubsanspruch angerechnet.

Nachdem das Arbeitsgericht Bonn die Klage abgewiesen hatte (Urteil vom 07.07.2021 – 2 Ca 504/21), wies das LAG Köln die Berufung der Klägerin ebenfalls zurück und ließ die Revision zum BAG zu.

Das LAG Köln begründet die Zurückweisung der Berufung damit, dass die Klägerin keine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorgelegt hatte, die eine eventuelle Arbeits­unfähigkeit wegen ihrer symptomlosen Coronainfektion bescheinigt hätte. Damit war die Klägerin gegebenenfalls – trotz symptomloser Coronainfektion – nicht arbeitsunfä­hig. In jedem Falle hätte sie – so die Auffassung des LAG Köln – zur Aufrechterhaltung ihres Urlaubsanspruches gemäß § 9 BUrlG eine AU-Bescheinigung vorlegen müssen. Nur dann wäre eine Anrechnung der 5 Urlaubstage auf die Dauer der Quarantäne unterblieben.