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Die letzte Ruhe für Hund, Katze und Maus

Wenn das geliebte Haustier stirbt, stehen die kleinen und großen trauernden Besitzer vor der Entscheidung, was mit den sterblichen Überresten ihrer Lieblinge geschehen soll. Kinder brauchen oftmals einen Abschluss und wünschen sich für den verstorbenen tierischen Freund ein würdevolles Begräbnis. Hat man einen eigenen Garten, der nicht innerhalb eines Natur- und Wasserschutzgebietes liegt, ist es erlaubt, Kleintiere, Katzen und kleine bis mittelgroße Hunde auf dem eigenen Grundstück zu beerdigen. Dabei ist zu beachten, dass das Tiergrab ca. 2 Meter von der Grundstücksgrenze entfernt liegt und mindestens 50 cm tief ist. Die Bestattung sehr großer Hunde wie z.B. Doggen, Anatolische Hirtenhunde oder Bernhardiner ist dagegen nicht gestattet, da die Giftstoffbelastung für den Boden zu hoch ist. Um die Schadstoffbelastung für die Umwelt so gering wie möglich zu halten sind Grabbeigaben, die nicht biologisch abbaubar sind, nicht gestattet; auch sollten die Tierkörper in Tüchern aus Naturfasern eingewickelt oder in unlackierte Kartons gebettet werden.

Außerhalb des eigenen Grundstücks – im Wald, auf dem Feld oder auf der Wiese hinter dem Haus – ist das Bestatten von Haustieren nach dem Tierkörperbeseitigungsgesetz verboten; hier drohen Bußgelder von bis zu 15.000,00 €.

Hat man kein eigenes Grundstück und kann den verstorbenen tierischen Freund auch nicht auf dem Grundstück von Familie oder Freunden bestatten, gibt es neben dem Tierfriedhof noch folgende Möglichkeiten:

In Kleintierkrematorien wird die Einzelkremierung angeboten, so dass die Asche des Haustieres in einer Urne zu Hause aufbewahrt werden kann. Bei der Gemeinschaftskremierung werden mehrere Haustiere zusammen eingeäschert und die Asche anschließend in Streubeeten oder auf Wiesen verstreut.

Bei Kleintieren wie Hamstern, Meerschweinchen oder Wellensittichen besteht nach dem Tierkörperbeseitigungsgesetz auch die Möglichkeit, diese über den Hausmüll (Restmüll) zu entsorgen, auch wenn dies kein würdevolles Begräbnis darstellt.

Experten-Interview im Kriminalreport Südwest vom 01.07.2019

Am 10.06.2019 wurde in Leimen ein 15-jähriger Junge von 2 Hunden mehrfach gebissen. Dieser liegt mit schweren Verletzungen im Krankenhaus. Die beiden Hunde wurden beschlagnahmt und im Tierheim untergebracht; gegen den Hundehalter wurden Ermittlungen eingeleitet.

Der Kriminalreport Südwest hat sich in seiner Sendung vom 01.07.2019 mit diesem Vorfall beschäftigt und mich im Rahmen seiner Recherche als Expertin interviewt. Den Bericht finden Sie hier.

Hundehaufen unterm Schnee oder die Katze im Sack kaufen

Das Amtsgericht München hat sich mit der Frage auseinandersetzen müssen, ob der Erwerber einer Eigentumswohnung mit Gartengrundstück Schadensersatz vom Verkäufer verlangen kann, der die Hinterlassenschaften seines Hundes vor der Übergabe des Eigentums nicht entfernt haben soll.

Der Kläger hat mit Kaufvertrag vom 12.11.2014 vom Beklagten eine Eigentumswohnung mit Gartengrundstück erworben. Die Übergabe der Wohnung nebst verschneitem Gartengrundstück fand am 29.12.2014 statt. Mitte Januar 2015, als der Schnee sich langsam aber sicher zurückzog, entdeckte der Neueigentümer 19 Hundehaufen, die er zunächst auch dort ließ, wo sie waren; erst Anfang März 2015 holte er einen Kostenvoranschlag für die Beseitigung der Hundehaufen von einer Gartenbaufirma ein. Inzwischen hatten die Hundehaufen wohl das Erdreich kontaminiert, denn immerhin handelte es sich bei dem Haufenverursacher um einen fleischfressenden Hund, dessen Kot widerstandsfähige Krankheitserreger und Parasiten enthält. Für die Reinigung nebst Entfernung des Oberbodens und Neubepflanzung des Gartengrundstücks machte der Kläger einen Betrag in Höhe von € 3.500,00 geltend.

Der Hundebesitzer und Voreigentümer wies die Schadenersatzforderung zurück mit der Behauptung, dass die Haufen nicht die seines Hundes sein könnten, da er dessen Hinterlassenschaften stets ordnungsgemäß entfernt und entsorgt hat.

Den vom Kläger geltend gemachten Anspruch auf Erstattung der Reinigungskosten in Höhe von € 3.500,00 verneinte das Amtsgericht München, da der Kläger den Beklagten unter Fristsetzung zur Entfernung der Haufen hätte auffordern müssen, was er unterlassen hat. Außerdem habe er viel zu lange dabei zugesehen, wie die Haufen (von Januar 2015 bis März 2015) in den Boden einsickerten und damit die Kontamination des Bodens maßgeblich selbst verursacht.

Mit einer schnellen Reaktion wie z.B. der fristgebundenen Aufforderung an den Voreigentümer zur kurzfristigen Entfernung der Hundehaufen und/oder das Zurhandnehmen einer Schaufel des Neueigentümers hätten in diesem Fall Zeit, Kosten und unangenehme Gerüche aus dem Garten erspart werden können.

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Wer bekommt den Hund im Falle der Trennung oder Scheidung?

Wenn Hunde während der Ehe gemeinsam als “Familienhund” angeschafft worden sind, gehören Sie im Sinne des § 1361a BGB zum Hausrat und sind bei Trennung oder Scheidung im Streitfall nach Interessenabwägung entweder dem Herrchen oder Frauchen zuzuweisen.

Hierbei muss berücksichtigt werden, dass Hunde gemäß § 90a BGB keine Sachen, sondern Lebewesen sind:

Haben beide Ex-Partner ein gleichgroßes Interesse an dem Hund und sind beide wirtschaftlich in der Lage, sich angemessen um den Hund zu kümmern, ist vorrangig das Wohl des Hundes zu berücksichtigen. Dabei spielen z.B. Umgebungswechsel, Gewöhnung an neue Partner und Betreuungsmöglichkeiten eine Rolle.

In einem vom Oberlandesgericht Nürnberg entschiedenen Fall (Beschluss vom 07.12.2016 – 10 UF 1429/16)) hatte eine Ehefrau nach der Trennung die 6 in der Ehe gemeinsam angeschafften Hunde zu sich genommen. Kurz nach der Trennung verstarben 2 Hunde, die Ehefrau fand einen neuen Partner, der sie bei der Pflege und Betreuung der Tiere unterstützte. Der Ehemann verlangte die Herausgabe von 2 Hunden an ihn. Das Oberlandesgericht Nürnberg hat entschieden, dass unter Berücksichtigung der zwischenzeitlich vergangenen Zeit (9 Monate seit Auszug der Ehefrau mit den Hunden) und der nicht unerheblichen Veränderungen im “Rudel” (Verlust des Ehemannes als Rudelmitglied, Verlust der 2 verstorbenen Rudelmitglieder, neue Umgebung, neuer Partner) es den verbleibenden Hunden nicht zumutbar sei, erneut getrennt zu werden.

Im Streitfall bedenken Sie bitte, dass eine gerichtliche Zuweisung des Hundes an einen der Ex-Partner eine Vereinbarung über ein Besuchsrecht nicht ausschließt, sofern sich die Ex-Partner hierauf verständigen können.